Spielerisch fit für die Zukunft

Schnelligkeit ist gefragt, damit das eigene Team gewinnt. (Bild: Stiftung Presencia)
Schnelligkeit ist gefragt, damit das eigene Team gewinnt. (Bild: Stiftung Presencia)

Spielen ist nur etwas für Kinder? Von wegen! Ein Gespräch mit Sandra Milena Sánchez Valderrama, Team- und Projektleiterin der Stiftung Presencia in Medellín.

Warum ist Spielen wichtig, wenn wir über Jugendliche und ihre psychische Gesundheit sprechen?

Spielen ist eine zutiefst menschliche Aktivität. Es verändert sich je nach Lebensphase: Kinder spielen mit alltäglichen und ungewöhnlichen Gegenständen, allein oder in der Gruppe. Bei Jugendlichen passen sich die Spiele ihrer momentanen Energie an, die Spielgegenstände ändern. Gut sind zum Beispiel Aktivitäten im Bereich Sport oder Kultur. In der Adoleszenz sind junge Menschen jedoch besonders gefährdet, da sie auch Zugang zu «Pseudospielen» wie Drogen oder Sex haben – mit gravierenden Auswirkungen auf ihre Zukunft. 

Die jungen Menschen in den Armenvierteln sind mit schwierigen Lebensumständen konfrontiert. Wie tragen Bewegung und Spiele dazu bei, emotionale Wunden zu heilen oder mit Stress umzugehen?

Spielen kanalisiert Energie und Emotionen. Biologisch gesehen werden dabei Hormone freigesetzt, die ein Gefühl des Wohlbefindens und des Optimismus hervorrufen. Hinzu kommt, dass Kinder und Jugendliche durch das Spiel ihre Erlebnisse und Lebenssituationen nachstellen oder kreativer verarbeiten können. Auch Verletzungen und Stress lassen sich leichter bewältigen, wenn man mit Gleichaltrigen oder anderen Menschen interagiert, mit denen man sprechen und emotionale Erfahrungen neu deuten kann.

Wie kann ein Teamspiel das Selbstvertrauen von Jugendlichen stärken? 

Wir setzen erfahrungsorientiertes Lernen als methodische Strategie ein. Dabei regen wir Lernprozesse auf Beziehungsebene an – Beziehungen zu anderen, aber auch zu sich selbst. Im Rahmen unserer erlebnisorientierten Aktivitäten können die Jugendlichen in kontrollierten, sicheren Situationen Erfahrungen sammeln, die ihre persönliche Entwicklung fördern und die sie in ihren Alltag integrieren können.

In der grossen Runde machen Spiele noch mehr Spass (Bild: Stiftung Presencia)
In der grossen Runde machen Spiele noch mehr Spass (Bild: Stiftung Presencia)

Wie fördert das Spielen die Soft Skills, die heute auf dem Arbeitsmarkt gefragt sind? 

Der Arbeitsmarkt verlangt nach vielseitigen Persönlichkeiten, die nicht nur über Fachwissen verfügen, sondern die sich beispielsweise auch einfügen und anpassen können. Das Spielen hilft beim Entwickeln dieser Soft Skills, da es eine Reihe von Regeln und Anforderungen mit sich bringt. Im Laufe des Spiels haben die jungen Menschen viel Spass. Gleichzeitig trainieren sie Kommunikation, Teamarbeit, Problemlösung, kritisches Denken, Eigeninitiative, Zielerreichung etc. All dies sind Fähigkeiten, die sie im Erwachsenenleben brauchen. Darüber hinaus fördern wir die Jugendlichen mit gezielten Massnahmen wie individuelle Beratung und Begleitung. Weiterbildungsmöglichkeiten, finanzielle Unterstützung und mehr – alles mit dem Ziel, ihnen einen erfolgreichen Start ins Berufsleben zu ermöglichen.

Seit über 40 Jahren verbessern wir die Lebensbedingungen von Kindern und Jugendlichen in Kolumbien.

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Wir legen offen, wie wir arbeiten und wie Ihr Geld eingesetzt wird. Gleichzeitig messen wir mit einem Wirkungsmodell den Erfolg unserer Projekte.

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